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Angst und Furcht
#1
In unseren Hausgemeinden haben wir es mit Individuen und zuerst einmal mit nichts anderem zu tun.  Einzelpersönlichkeiten treffen Einzelpersönlichkeiten mit all ihrer Prägung, Vorgeschichte und ihren Ängsten und mit ihren div. pers. Befürchtungen.  Spiegelbilder unserer Gesellschaftsform.  

Es gibt hunderte Stellen  in der Bibel, die auf  Angst, Furcht, Grauen, Schrecken,  Finsternis, Tod  und Abgründe unseres menschlichen Seins   hinweisen.

Anscheinend  sind diese Art Empfindungen, Gefühle, Denkmodelle ein fester Bestandteil des Lebens, andererseits sind Freude, Friede, Hoffnung, Licht, Liebe und  Freiheit aber ebenso mögliche geistige  Haltungsvarianten meines   Menschseins.

Jesus sagt zum Beispiel  einfach und lapidar:“ In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“(Joh. 16,3.Rev. Lutherübersetzung 1984).

Ist es tatsächlich so einfach jenseits meiner Angst einen Zustand von Gelassenheit und Stärke zu erreichen?  

Und es sei die Frage erlaubt, wen oder was fürchte und scheue  ich mehr die Finsternis oder das Licht? Im Grunde, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, eindeutig zu erst einmal das Licht. Bis ich als verängstigte Kreatur die Einsamkeit in der Höhle meines Seins, aber  gleichzeitig auch meine   Verlorenheit in der Unendlichkeit des Kosmos eingestehe.

Sprich,  die Angst ist die Wahrnehmung meiner tatsächlichen Situation, sterben zu müssen, trotz  meiner quälenden Sehnsucht nach Liebe und Leben. Die Konfrontation mit der Angst führt in eine ausweglose Situation und sie lässt sich nicht weg lügen.

Die Ängste und Befürchtungen meiner Mitmenschen, respektive die meiner Glaubensgeschwister, kenne ich nicht. Möglicherweise würde ich erschrecken über die Vielfalt der  Furcht- und Angstvarianten in den Herzen der Einzelnen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Furcht - https://de.wikipedia.org/wiki/Angst)    

Einen Gott den ich fürchte, oder, dem ich Ehrfurcht entgegenzubringen habe, kann ich diesen Gott lieben. Ja, wenn ich die Furcht des Herrn verstehe  und die Erkenntnis Gottes finde (Spr 2,5 ). Die Antwort hierauf lese ich in  1Joh 4,18: Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.

D.h., ich komme nicht umhin, mich  mit meinen Ängsten und  mit meiner Furcht auseinander zu setzen und das mache ich am besten im Beisein  Gottes selbst. Der Geist Gottes wird mich diesen „fürchterlichen“ Gott lieben lehren und ich werde das Licht nicht mehr scheuen müssen. Aber wie schon gesagt ich muss ehrlich sein, Gott gegenüber und mir gegenüber, aber auch das bewirkt Gott………...
Und ich darf staunen über die Worte aus  Ps 139,12 : Finsternis ist wie das Licht.

Nachfolgende ein paar Bibelstellen entnommen aus der. Rev. Lutherübersetzung 1984:

Ps 55,6 Furcht und Zittern ist über mich gekommen, und Grauen hat mich überfallen.

Ps 111,10 Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. / Klug sind alle, die danach tun. Sein Lob bleibet ewiglich.

Spr 1,7 Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Die Toren verachten Weisheit und Zucht.

Spr 2,5 dann wirst du die Furcht des HERRN verstehen und die Erkenntnis Gottes finden.

Spr 14,27 Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens, dass man meide die Stricke des Todes.

Spr 19,23 Die Furcht des HERRN führt zum Leben; man wird satt werden und sicher schlafen, von keinem Übel heimgesucht.

Jer 30,5 So spricht der HERR: Wir hören ein Geschrei des Schreckens; nur Furcht ist da und kein Friede.

Mt 8,26 Da sagt er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?

Mt 14,26 Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst!, und schrien vor Furcht.

Mt 28,4 Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.

Lk 4,36 Und es kam eine Furcht über sie alle, und sie redeten miteinander und sprachen: Was ist das für ein Wort?

Lk 8,37 Und die ganze Menge aus dem umliegenden Land der Gerasener bat ihn, von ihnen fortzugehen; denn es hatte sie große Furcht ergriffen

Lk 21,26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde;

1Kor 2,3 Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern;

Offb 18,10 Sie werden fernab stehen aus Furcht vor ihrer Qual und sprechen: Weh, weh, du große Stadt Babylon, du starke Stadt, in einer Stunde ist dein Gericht gekommen!

Hebr 2,15 und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten.

2Tim 1,7 Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit

1Joh 4,18 Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.

5Mo 7,20 Dazu wird der HERR, dein Gott, Angst und Schrecken unter sie senden

5Mo 31,21 Und wenn sie dann viel Unglück und Angst treffen wird

2Sam 24,14 David sprach zu Gad: Es ist mir sehr angst, aber lass uns in die Hand des HERRN fallen,

2Chr 33,12 Und als er in Angst war, flehte er zu dem HERRN

Hi 15,24 Angst und Not schrecken ihn und schlagen ihn nieder

Hi 18,11 Um und um schreckt ihn jähe Angst, dass er nicht weiß, wo er hinaus soll.

Hi 36,16 So reißt er auch dich aus dem Rachen der Angst in einen weiten Raum, wo keine Bedrängnis mehr ist

Ps 25,17 Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten!

Ps 31,10 HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst!

Ps 32,6 Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst.

Ps 61,3 Vom Ende der Erde rufe ich zu dir, denn mein Herz ist in Angst

Ps 71,20 Du lässest mich erfahren viele und große Angst

Ps 138,7 Wenn ich mitten in der Angst wandle,

Jes 5,30 Und es wird über ihnen brausen zu der Zeit wie das Brausen des Meeres. Wenn man dann das Land ansehen
wird, siehe, so ist's finster vor Angst, und das Licht scheint nicht mehr über ihnen

Jes 8,22 und unter sich die Erde ansehen und nichts finden als Trübsal und Finsternis; denn sie sind im Dunkel der Angst und gehen irre im Finstern.

Jes 13,8 Schrecken, Angst und Schmerzen wird sie ankommen, es wird ihnen bange sein wie einer Gebärenden

Jes 21,3 Darum sind meine Lenden voll Schmerzen, und Angst hat mich ergriffen wie eine Gebärende. Ich krümme mich, wenn ich's höre, und erschrecke, wenn ich's sehe.

Kla 3,47 Wir werden gedrückt und geplagt mit Schrecken und Angst.

Joh 16,33 Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Röm 8,35 Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?

2Kor 2,4 Denn ich schrieb euch aus großer Trübsal und Angst des Herzens unter vielen Tränen;

2Kor 2,4 Denn ich schrieb euch aus großer Trübsal und Angst des Herzens unter vielen Tränen; nicht damit ihr betrübt werden sollt, sondern damit ihr die Liebe erkennt, die ich habe besonders zu euch.

Hi 26,6 Das Totenreich ist aufgedeckt vor ihm, und der Abgrund hat keine Decke

Spr 15,11 Unterwelt und Abgrund liegen offen vor dem HERRN,

Ps 107,26 und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund sanken, dass ihre Seele vor Angst verzagte,

Offb 9,11 sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds

1Mo 15,12 Als nun die Sonne am Untergehen war, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram, und siehe, Schrecken und große Finsternis überfiel ihn.

2Sam 22,29 Ja, du, HERR, bist meine Leuchte; der HERR macht meine Finsternis licht

Hi 3,5 Finsternis und Dunkel sollen ihn überwältigen und düstere Wolken über ihm bleiben, und Verfinsterung am Tage mache ihn schrecklich

Hi 10,22 ins Land, wo es stockfinster ist und dunkel ohne alle Ordnung, und wenn's hell wird, so ist es immer noch Finsternis.

Hi 22,11 Dein Licht ist Finsternis, sodass du nicht sehen kannst, und die Wasserflut bedeckt dich.

Hi 30,26 Ich wartete auf das Gute, und es kam das Böse; ich hoffte auf Licht, und es kam Finsternis

Ps 88,7 Du hast mich hinunter in die Grube gelegt, in die Finsternis und in die Tiefe.

Ps 104,20 Du machst Finsternis, dass es Nacht wird; da regen sich alle wilden Tiere,

Ps 139,12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.

Jes 8,22 und unter sich die Erde ansehen und nichts finden als Trübsal und Finsternis; denn sie sind im Dunkel der Angst und gehen irre im Finstern.

Jes 42,7 dass du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker.

Jes 45,7 der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut.

Kla 3,2 Er hat mich geführt und gehen lassen in die Finsternis und nicht ins Licht.

Kla 3,6 Er hat mich in Finsternis versetzt wie die, die längst tot sind.

Dan 2,22 er offenbart, was tief und verborgen ist; er weiß, was in der Finsternis liegt, denn bei ihm ist lauter Licht.

Zef 1,15 Denn dieser Tag ist ein Tag des Grimmes, ein Tag der Trübsal und der Angst, ein Tag des Wetters und des Ungestüms, ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag der Wolken und des Nebels,

Mt 4,16 das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.«

Mt 6,23 Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!

Mt 10,27 Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern.

Mk 15,33 Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.

Joh 1,5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.

Joh 3,19 Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.

Joh 12,35 Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit euch die Finsternis nicht überfalle. Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingeht.

Joh 12,46 Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.

Apg 26,18 um ihnen die Augen aufzutun, dass sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott

2Kor 4,6 Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

1Thess 5,4 Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme.

Jak 1,17 Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis

1Joh 2,8 Und doch schreibe ich euch ein neues Gebot, das wahr ist in ihm und in euch; denn die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt.

1Joh 2,9 Wer sagt, er sei im Licht, und hasst seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis.

1Joh 2,11 Wer aber seinen Bruder hasst, der ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiß nicht, wo er hingeht; denn die Finsternis hat seine Augen verblendet.
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#2
Hallo Hans-Otto,

meinst du nicht, dass eine Ehrfurcht vor Gott etwas ganz anderes ist als die Furcht als Gefühl einer konkret fassbaren Bedrohung oder gar Angst? Ich meine, man kann das nicht einfach durcheinanderwürfeln. Man kommt in der Betrachtung von Bibelstellen sonst auf einen ganz falschen Pfad, oder?
Trotz so manchem Tief das ich erlebt habe, immer noch oder gerade deshalb Christ Cool
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#3
stimmt einerseits, andererseits möchte ich den richtigen Pfad herausfinden.

Ich meine Angst/Furcht/Ehrfurcht ist ein wichtiges Thema, auch oder gerade für Menschen unserer Hausgemeinden.

Sag jetzt nicht, der Weg ist Jesus, das weiß ich selbst...................
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#4
Beim ERF gab es gerade jetzt zwei Artikel dazu, die ganz interessant sein könnten:
Teil eins und Teil zwei

Titel: "Stell dich der Angst!" und "Wie Glaube die Angst besiegt"
Trotz so manchem Tief das ich erlebt habe, immer noch oder gerade deshalb Christ Cool
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#5
Cornelia Mack sagt z.B.dort auf ERF: Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass die Angst vor dem Tod letztlich hinter den meisten Ängsten steckt.

Auf diesen Hintergrund der Angst wollte  ich eigentlich hinaus, ohne dass ich diesen 2. Artikel von ihr dort auf der Seite gelesen hatte.

Ich habe oben geschrieben:"Sprich,  die Angst ist die Wahrnehmung meiner tatsächlichen Situation, sterben zu müssen, trotz  meiner quälenden Sehnsucht nach Liebe und Leben. Die Konfrontation mit der Angst führt in eine ausweglose Situation und sie lässt sich nicht weg lügen."
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#6
Ja ich glaub‘s nicht, sogar Jesus war die Angst nicht fremd.

Jesus in Gethsemane:

Mk 14,33 Und er nimmt den Petrus und Jakobus und Johannes mit sich und fing an, sehr bestürzt und geängstigt zu werden. (Luther 1984)

Mk 14 32: Petrus, Jakobus und Johannes nahm er mit. Tiefe Traurigkeit und Angst überfielen Jesus (Hoffnung für alle)

Mk. 33 Und er nahm Petrus und Jakobus und Johannes mit sich; und er fing an, zu erschrecken, und ihm graute sehr. (Schlachter 2000)

Mk 33 Petrus, Jakobus und Johannes jedoch nahm er mit. Von Angst und Grauen gepackt,
34 sagte er zu ihnen: »Meine Seele ist zu Tode betrübt.(neue Genfer Übersetzung)

Mk 33 Petrus, Jakobus und Johannes nahm er mit. Angst und Schrecken befielen ihn,
34 und er sagte zu ihnen: »Ich bin so bedrückt, ich bin mit meiner Kraft am Ende. (Gute Nachricht Bibel)

Mk 33 Und er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich. Da ergriff ihn Furcht und Angst,(Einheitsübersetzung)

Mk 33 Petrus, Jakobus und Johannes aber nahm er mit. Schreckliche Furcht und Angst ergriff ihn (Neues Leben Die Bibel)

Dazu ein Gebet von Jörg Zink:

„Christus , du hast gesagt:

Solange ihr in der Welt seid, habt ihr Angst,

Du willst nicht die Kraftmenschen,
die keine Angst kennen,

Du hast selbst einmal gesagt: Mir ist angst,
aber dann bist du den Weg gegangen,
vor dem dir angst war.

Du hast dich und alle deine Angst
Dem in die Hände gelegt
Der dich führte
So hilf mir,
mich nicht zu wehren gegen die Angst
sondern sie willig einzulassen
um mich mit meiner Angst zusammen
dir zu übergeben

Gib du mir Frieden.

So hab ich Kraft für meinen Weg,
Gelassenheit in aller Unrast,
festen Grund unter den füßen
und ein Ziel, dein Ziel, vor den Augen“
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#7
Die Frage, wieso hatte Jesus Angst, vor wem oder was hatte ER Angst, bleibt.

Er hatte beides Angst und Furcht.

Welche Bedrohung erwartete ER, verstandesmäßig und auf der Ebene seiner Gefühle.
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#8
Also laut griechischem Text war Jesus in Mark 14:33 erschrocken und beängstigt oder bekümmert. Zudem sagte er er sei in seiner Seele betrübt, bekümmert. Es ist für mich nicht so klar, was die Ergänzung "bis in den Tod" wirklich bedeutet. Ist es wirklich "bis in den ..." oder eher doch "über den Tod"?

In Matth 26:37+38 steht dass Jesus betrübt war und beängstigt oder bekümmert. Matthäus benutzt für "betrübt" ein anderes Wort als Markus.

Ausleger zeigen auf, dass in dem Vers beschrieben wird, dass der Prozess begann, in dem Jesus die Sünden der gesamten Menschheit auferlegt wurden - siehe der Sündenbock im 3.Mo 16:7ff. Damit wurde Jesus auch mit dem Lohn der Sünde: dem Tod massiv konfrontiert. Die folgende Beschreibung seines Leidens, insb. das er Blut schwitzte (Luk 22:44) , wird von heutigen Fachleuten als Symptom äußersten psychischen Stress beschrieben.

Ich meine, dass auch dieser Vers wieder deutlich zeigt, dass auch die Übersetzer immer auch aus ihren eigenen Überzeugungen, ihrem eigenen theologischen Hintergrund heraus übersetzen und daher manche Übersetzung bereits gedeutet ist.
Trotz so manchem Tief das ich erlebt habe, immer noch oder gerade deshalb Christ Cool
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#9
Jesus ist die einzige Person, seit Bestehen der Erde bzw. der Welt,  von der gesagt wird, dass er Blut schwitzte.
Man kann dieses „Phänomen“ als äußersten psychischen Stress beschreiben, aber ich meine diese Definition wird dem Vorgang nicht ansatzweise gerecht.

Jesus heilte Kranke, ER machte Blinde sehend und Lahme gehend. Im Grund aber waren diese seine Heilungswunder (seine Jünger taten dies später auch) nichts,  vergleichend mit der übernatürlichen Dimension in der sich Jesus  in dem Moment befunden haben muss, indem ER vermutlich bereits die Offenbarung des Kreuzes in sich trug bzw. schaute. Ja in diesem Sinn, bedeutete das für Jesus –den- äußersten psychischen Stress überhaupt. Den Abgrund des Schreckens zu sehen,  der sich auftun muss, bei dem Wissen die verzweifelten Worte: „Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen“ sagen zu müssen. Trotz oder gerade deshalb  :  „ich und der Vater sind eins“ und „wenn ihr mich seht, seht ihr den Vater“

Das wirft die Frage auf, wer hat den Tod ins Leben gerufen, anders, wer hat den Tod erschaffen. Sünde gebiert den Tod, das wissen wir. Zeichnet  Gott andererseits nicht auch für die Sünde bzw. den Tod verantwortlich………….?, als Urheber allen seins, der Schöpfer aller Dinge. Adam wurde von Gott geschaffen, und durch Adam ist der  Tod gekommen  (1.Kor. 15,21).
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#10
Nein, Jesus ist dann doch nicht die einzige Person, die Blut schwitzte. Schau hier auf Wikipedia Hämhidrose

Der Tod wird in der Bibel unter verschiedenen Gesichtspunkten gesehen. (siehe hier)
Nur in einem Punkt wird der Tod als Person gesehen. Diese ist eine geschaffene Person und wird, so wie Satan auch, zuletzt mit in den Feuersee geworfen.
Der Tod als Trennung von Gott ist ein Zustand, keine Schöpfung. Wenn Gott Leben ist und er selbst Leben geschaffen hat, so ist der Tod als Zustand die logische Konsequenz dazu. "Das, was nicht lebt, ist tot." "Das, was nicht verbunden ist, ist getrennt."
Das ist ähnlich wie mit dem Bösen. Das Böse ist nicht geschaffen, es ist lediglich das Gegenteil von Gut. Da Gott selbst gut ist, ergibt sich, dass das Gottferne, das, welches von Gott getrennt ist, böse ist.
Trotz so manchem Tief das ich erlebt habe, immer noch oder gerade deshalb Christ Cool
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