28.06.2010, 09:36
Zitat:Da keiner von uns Seine Wahrheit vollkommen kennt, wie kommen wir zu einem miteinander, obwohl unsere Erkenntnis bezüglich Seiner Wahrheit nicht identisch ist?
Wie schnell bin ich (oder einer von Euch?) dabei, die eigene Erkenntnis als richtig zu kategorisieren und die (von meiner Erkenntnis) abweichende Erkenntnis als falsch?
Jesus sagt doch von sich: \"Ich bin die Wahrheit!\".
Das bedeutet also: Je besser ich Jesus kenne, desto besser kenne ich die Wahrheit!
==> Wenn also jemand zu mir sagt: \"In der Bibel steht dies und das, deshalb liegst Du an diesem Punkt falsch!\" ... könnte ich da nicht sagen: \"So wie ich Jesus kennengelernt habe, bedeutet dieser Bibeltext etwas anderes für mich!\"
Wir argumentieren mit der Bibel und den biblischen Texten oft sehr \"egozentrisch\" ... damit meine ich: MEINE Argumente haben MEINE Erkenntnis und MEINE Beziehung zu Jesus als Grundlage. Wie kommen wir zu einer gemeinschaftlichen Erkenntnis und einer gemeinschaftlichen Beziehung zu Jesus? Wie könnte ein gemeinsames Suchen nach Seiner Wahrheit aussehen, ohne dass die Einzelperson seine eigene Erkenntnis ins Zentrum der Gemeinschaft stellen will?
Ich weiß nicht, ob Ihr mich hier versteht, weil ich das selbst noch nicht so richtig in Worte fassen kann. Jeder von uns hat eine ganz individuelle und oft sehr unterschiedliche Beziehung zu Jesus. Wie kommen wir nun zu einer gemeinschaftlichen Beziehung zu Jesus?
==> Eine Hilfe für mich ist es da zu wissen, dass Jesus (das Haupt) die einzelnen Glieder zusammenhält durch Bänder und Gelenke ... und da werden das Band des Friedens und auch das Band der Liebe genannt. ... und da er selbst die einzelnen lebendigen Bausteine in Seinen Bau einfügt, arbeitet er auch daran, dass diese Bänder und Gelenke (also die Beziehung) zwischen den einzelnen verbessert und gestärkt werden...
Danke Jesus, dass Du das tust... Ich freue mich auf die Zeit, wenn all das Trennende wegfallen wird, und ich auch all das erkenne, wo ich andere Geschwister verurteilt und als \"nicht in der Wahrheit\" bezeichnet habe. Dann wird all dieser Ballast verbrennen
... und ich kann frei und vorurteilslos Dir und meinen Geschwistern gegenüber treten.
==> Das wird ein Fest
Zitat:139 Verzehrt hat mich mein Eifer, denn meine Bedränger haben deine Worte vergessen. (Ps 119, 139, Elberfelder 1985)
Ich bin da nicht so gelassen.
Mich spricht das an, wenn David sich im Eifer verzehrt, weil er den Eindruck gewinnt, dass das Wort Gottes in Vergessenheit geraten ist. So geht es auch mir.
Es ist sehr seltsam. Ich kann mit weltlichen Leuten zusammensein, ganz gelassen. Ich weiß es: Sie sind Nichtchristen.
Aber wenn ich mit lauwarmen Christen zusammen bin, dann geht mein Puls regelmäßig hoch. Ich bleibe in aller Regel cool, aber in mir tobt es. Es beschäftigt mich noch Tag danach. Ich könnte machmal explodieren.
Vieles ist nett und gut. Mit dem Einzelnen komme ich auch gut aus. Man plaudert - das übliche.
Man muss nur aufpassen, dass man nicht zu tief ins Gespräch kommt, denn dann wird's probelmatisch.
Denn die meisten Gemeindemitglieder plappern ja nur nach, was sie gelehrt wurden und machen große Augen, wenn man eine andere Meinung andeutet.
Die Lehrer aber haben leider zu viel zu tun, um ihre Lehre zu diskutieren.
Das ist unprofessionell. In einer Firma bedeutet das: Was Du zu sagen hast, ist eh' nicht wichtig. Wir machen sowieso was wir wollen. Aufgrund unserer Position können wir es uns auch erlauben, Dich zu igorieren.
Integriere Dich = Mache es so wie wir sagen.
Jedoch in meiner Firma hatte ich die gleiche Situation. Dort entschied ich mich offensiv meine Meinung zu vertreten. Nach einer Phase des Mobbing gegen mich gewann ich auch Zustimmung - bis hin zum Topmanagement. Die Firma hat inzwischen zahlreiche Patente von mir angemeldet. So falsch kann es also nicht gewesen sein.
Aber es gab auch eine professionelle Debattenkultur. Diese vermisse ich in der christlichen Gemeindekultur total. Da ist man entweder der böse Bube, wenn man mal wagt, eine abweichende Frage auch nur zu stellen, oder .. ich weiß nicht.
Es wurmt mich derart, dass weltliche Firmen den Wert einer professionellen Debattenkultur sehr viel mehr erkannt haben - nur um Naturgesetze zu erkennen und die Kundenbedürfnisse und darauf aufbauend nur Produkte und Dienstleistungen anzubieten - jedoch in der christlichen Wahrheitssuche fehlt es komplett.
guido - ich stimme Dir ja zu, dass Jesus die Wahrheit ist. Komplett richtig. Und ich meine das genauso ernst wie Du auch.
Doch ich finde man muss aufpassen, es könnte die Gefahr bestehen, dass es zu einer wertlosen Phrase wird - zu einer Aussage, die uns nicht voranbringt, da es etwas ist, dem wir sowieso alle zustimmen können. Jesus ist die Wahrheit. Doch wie konkret hilft das in den Problemen, die wir jetzt konkret haben?
Was konkret hilft es, das zu wissen, wenn ich mich darüber aufrege, dass man einen dämlichen Mitgliedsschein braucht, um getauft zu werden? Wie soll ich das meinem Sohn erklären?