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Zinzendorf
#1
Am Freitag sah ich ein Theaterstück über die Zinzendorfs - Ludwig Graf von.. und seine Frau Erdmuthe.

Ein Gespann, mit dem es sich zu beschäftigen lohnt.

Vieles an Zinzendorf finde ich beeindruckend. Seine Sehnsucht und Entschlossenheit, Jesus zu dienen, der Gemeinde zu dienen, sich immer wieder zu demütigen, auch eine brennende Liebe für die Verlorenen Menschen in Übersee zu haben und auch die Liebe zu seiner Frau.

Auch Erdmuthe hat viel Anlass zu Bewunderung gegeben. Mit welcher Stärke sie die viele Verantwortung getragen hat, die Gott ihr geben hat, und die Ludwig ihr zugetraut hat. Ihr Aufopferungswille und ihr Festhalten an Gott, auch beim Tod zahlreicher Kinder.

Die Herrenhuter Gemeinde war ja dann auch eine Gemeinde aus vielen Hintergründen, die eine tiefe Gemeinschaft in Jesus und miteinander gefunden haben. Von denen ausgehend viel Missionstätigkeit entstanden ist.

Wie Ludwig sagte: Man soll die Gemeinde nicht von oben herab zwingen sich zu vertragen, sondern man muss ihre Herzen gewinnen, wenn es sein muss von Haus zu Haus gehen und mit jedem reden, um sein Herz zu gewinnen. Denn die Grundlage der Gemeinde ist alleine Jesus - und nicht unsere Glaubenstraditionen.

Oder wie er weltliche Ämter und Würden aufgegeben hat, ja sogar ausgewiesen wurde aus Sachsen, und seine Grafschaft aufgabe.

Das war schon beeindruckend.

Auf der anderen Seite hat Ludwig seiner Erdmuthe schon ziemlich viel zugemutet. Er hat sich wenig um's Geld gekümmert und Erdmuthe saß also nun da mit zahlreichen Haushaltslöchern, die ihr ernste Sorge bereitet haben. Stattdessen ging er lieber auf Reisen. Zugegeben, viele seiner Reisen waren gesegnet und es sind Früchte enstanden. Aber er hat seine Frau schon ziemlich vernachlässigt und hängengelassen.
Immerhin sind auch 8 Kinder gestorben. Ich kann mir kein Urteil bilden, ich weiß nicht genau - die Kindersterblichkeit war auch groß damals. Aber trotzdem: Man könnte auch sagen, er hat seine Familie verheizt, damit er seinem Dienst nachgehen kann. Auch fand ich nicht wirklich gut, dass er oft sagte: "Jesus hat diese Reise angeordnet - Ende der Diskussion." ohne auf die Meinung seiner Frau oder seiner Ältesten zu hören. Das finde ich schon ziemlich vermessen. Selbst wenn es offensichtlich bei einigen Reisen so war - ich finde etwas mehr Demut schon angemessen und es ist auch biblisch.

Am Ende sieht es sogar so aus als ob er ein Verhältnis mit Anna Nitschmann, einer seiner Mitarbeiterinnen, eingegangen ist. Diese hat er auch nach dem Tod von Erdmuthe heimlich geheiratet - alles recht seltsam. Sieht so aus wie: Die erste Frau ist verheizt, die zweite folgt sogleich, auch wenn die erste noch lebt. Könnte man sagen. Nicht gerade vorbildhaft, wie ich finde.

Dass das mit dem Theologiestudium nun unbedingt noch sein musste, das habe ich auch nicht so ganz eingesehen. Er hatte doch schon apostolische Verantwortung für viele lebendige Gemeinden. Warum dann noch den Pfarrer-Schein?

Auch das Losen fand ich zuweilen etwas übertrieben - fast schon ein wenig abergläubisch.

Zudem fand ich Erdmuthe hat vielleicht ihrem Mann zuweilen zu wenig widersprochen. Vielleicht hätte sie ihm zuweilen einmal den Kopf zurecht rücken sollen, anstatt immer zu kuschen, wenn er nur sagt: "Jesus hat es gesagt." Ich meine Jesus spricht auch zu Erdmuthe - das ist ja immer so - und in diesem Fall war es auch offensichtlich.

Trotzdem - ein paar mit einer außergewöhnlichen Liebe zu Jesus und außergewöhnlichen Hingabe an Jesus - von beiden.
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