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Kann man mit jedem Hausgemeinde bauen?
#1
Wir haben uns vorhin darüber ausgetauscht, mit wem man Hausgemeinde bauen kann. Wollt ihr mit jedem Hausgemeinde bauen oder gibt es Ausnahmen? Wie würde Jesus handeln?

Bis zum Jahresende war ich bereit, in meinen Hauskreis jeden aufzunehmen und durchzutragen. Ich leitete das Firstepteam der Gemeinde und hatte so fast ausschließlich Kontakt zu denen, die neu in die Gemeinde kamen. Ich kümmerte mich um Süchtige, Depressive, Geistigbehinderte..., alle, zu denen kaum einer Kontakt wollte. Eine geistigbehinderte Frau bekehrte sich bei uns. Kurz darauf erkrankte sie nd ist nun bei Jesus. Im Hauskreis gab es jede Woche Kartoffelsalat, weil sie den kochen konnte. Ich brachte kurze Lehren auf dem Niveau, wie ich Religionsunterricht für Grundschüler gegeben hatte früher.

Wie sieht es in der Hausgemeinde nun aus? Eine Frau sagte klar, wenn die X. kommt, verkraftet sie das nicht. Sie brachte sie im Auto mit und bekam Kopfweh von dem Gesülze....und es war wirklich schlimm! Ich hatte fast nur Kontakt zu Menschen mit großen seelischen Problemen und nun fange ich an zu denken, dass wir eine Basis von Menschen finden müssen, die relativ gut im Leben klarkommen. Dann können andere hinzukommen. Sehe ich das richtig? Die Jünger Jesu waren alles gestandene Leute, die Bettler rief er nicht in seinen Mitarbeiterkreis - oder?

Mich interessiert, wie ihr es handhabt und ich freue mich auf den Austausch darüber.
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#2
Hallo Ludgera,

Hausgemeinden wachsen im Idealfall organisch. Das bedeutet, dass dort Menschen zusammen finden, die sich auch (mehr oder weniger) gerne miteinander treffen. Zumindest ist das dann der Fall, wenn die Hausgemeinde sich an festgesetzten Terminen trifft. Wenn hier Menschen zusammenkommen, die einfach nicht miteinander können, bietet es sich an, darüber nachzudenken, ob es nicht besser ist eine weitere HG zu machen.

Anders wird es, wenn sich die Hausgemeinde nicht durch ein festgelegtes Treffen identifiziert, sondern durch die gelebte Gemeinschaft. Wenn es also nicht nur dieses eine Treffen gibt, sondern mehrere, sich unregelmäßig spontan entwickelnde Treffen, an denen nicht immer alle teilnehmen, so können die Väter und Mütter (Älteste) der HG auch regen Kontakt zu ganz unterschiedlichen Menschen pflegen. Auch zu solchen, die - zunächst - nicht oder nur schwer miteinander können.
Wenn also eine Hausgemeinde weniger ein organisiertes Treffen sondern mehr ein offenes Haus darstellt, ergeben sich viel mehr Möglichkeiten. Auch von den Inhalten her, die man miteinander teilt.
Trotz so manchem Tief das ich erlebt habe, immer noch oder gerade deshalb Christ Cool
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#3
Charly,
im Moment ist das letzte bei uns der Fall mit den Leuten aus unserem früheren Hauskreis, die in keiner Freikirche Mitglied sind, die leitend tätig sind, auch abends und wo man nicht immer an einem bestimmten Termin kann. Fakt ist, dass in unserem Umfeld alles Leute mit den größten Problemen sind, die alle 20 - 35 km entfernt wohnen durch unsere frühere Gemeinde und nun beten wir für neue, relativ gesunde Christen, mit denen wir einen festen Termin einhalten können und die in unserer Nähe wohnen. Wenn man sich jahrelang weit entfernt engagiert hat, verliert man alle Kontakte vor Ort und da müssen wir entspannt total neu beginnen. Noch vor 10 Jahren hatte ich so viele Bekannte hier. Es blieb keine Zeit zur Kontakpflege,die Gemeinde "fraß" uns auf. Wir sind gespannt, was der Herr tun wird.
Heute besuchen wir jemanden aus dem Communitygebetskreis, kanpp über 100 km entfernt.
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#4
(16.03.2013, 18:20)Ludgera schrieb: Wir haben uns vorhin darüber ausgetauscht, mit wem man Hausgemeinde bauen kann. Wollt ihr mit jedem Hausgemeinde bauen oder gibt es Ausnahmen? Wie würde Jesus handeln?

Mit "Hausgemeinde bauen": Meinst du damit die Leiterschaft oder die ganze Gemeinde?
Wenn ich mir Leute suche, die mit mir gemeinsam eine Hausgemeinde auf die Beine stellen, muss ich die sorgsam auswählen. Ich könnte mit fleischlich gesinnten Christen, die nicht Jesus im Mittelpunkt ihres Lebens stehen haben, nicht so eine Arbeit machen.

(16.03.2013, 18:20)Ludgera schrieb: Bis zum Jahresende war ich bereit, in meinen Hauskreis jeden aufzunehmen und durchzutragen.

1. Ich mache einen klaren Unterschied zwischen Hauskreis und Hausgemeinde.
In einen Hauskreis würde ich auch jeden aufnehmen, in die Hausgemeinde nur solche Leute, die eine klare Entscheidung für Jesus getroffen haben und sich bewusst in die Nachfolge stellen (wollen).

2. Das Durchtragen ist ein Problem. Ich habe mal paar Wochen intensiv für einen jungen Mann gebetet, der in Schwierigkeiten war. Irgendwann wurde mir die Last zu drückend und ich rief zu Gott: "Hilfe! Ich kann ihn nicht mehr tragen!" - Worauf er mir antwortete: "Wer hat ihn dir denn aufgebürdet? Warst das nicht du selbst?"
Und er hatte ABSOLUT recht. Es war meine Entscheidung gewesen.
Damals habe ich beschlossen, NIEMANDEN mehr zu tragen.
In meiner täglichen Fürbitte lege ich die Leute immer vor Gott hin - und achte sorgsam darauf, ihre Probleme nicht zu meinen zu machen.
Wenn wir glauben, dass Gott einen Plan für jedes Leben hat, dann hat er auch eine Lösung für jedes Problem. Wir müssen ihm nur Gehör, Glauben und Gehorsam schenken, und gepaart mit Geduld sind wir dann mit vier G (siehe g-Kraft in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/G-Kraft) Richtung Himmel unterwegs ... Big Grin
Manchmal erwarten die Leute, dass die Gemeinschaft ihnen hilft. Dann muss man sie anleiten, sich an Gott und nur an Gott zu wenden.
Und Gott wird dann für sie sorgen. Vielleicht verwendet er die Gemeinschaft dafür.
Das ist eine unheimlich wichtige Lektion gerade für Neulinge.

(16.03.2013, 18:20)Ludgera schrieb: Ich leitete das Firstepteam der Gemeinde und hatte so fast ausschließlich Kontakt zu denen, die neu in die Gemeinde kamen. Ich kümmerte mich um Süchtige, Depressive, Geistigbehinderte..., alle, zu denen kaum einer Kontakt wollte.

Hast du diese Leute allein betreut? Das ist schon eine große Aufgabe!

(16.03.2013, 18:20)Ludgera schrieb: Wie sieht es in der Hausgemeinde nun aus? Eine Frau sagte klar, wenn die X. kommt, verkraftet sie das nicht. Sie brachte sie im Auto mit und bekam Kopfweh von dem Gesülze....und es war wirklich schlimm!
Ich kenne auch eine Frau, die gesagt hat: "Wenn der Hauskreis bei der Z stattfindet, geh ich nicht hin!", und mein Mann hat gemeint: "Wenn Jesus hingehen kann, kann ich das auch!"
Sind die Frauen X und Y wiedergeboren? Dann muss die eine lernen, nicht so viel Müll zu reden und die andere muss sich in Geduld üben, bis die erste das gelernt hat.
Die Unterweisung in der Gerechtigkeit ist nicht etwas, das von heute auf morgen erledigt ist. Und es ist eine wirklich große und wichtige Aufgabe, die geistlichen Babies zu betreuen.


Da fällt mir ein Witz ein, den ich kürzlich gehört habe:
Die Religionslehrerin fragt die Klasse:
"Na, wer von euch möchte in den Himmel kommen?"
Alle Hände fliegen hoch - bis auf eine.
"Aber Franzi, willst du nicht in den Himmel???"
"Eigentlich schon - aber nicht mit diesem Haufen!"

(16.03.2013, 18:20)Ludgera schrieb: Ich hatte fast nur Kontakt zu Menschen mit großen seelischen Problemen und nun fange ich an zu denken, dass wir eine Basis von Menschen finden müssen, die relativ gut im Leben klarkommen. Dann können andere hinzukommen. Sehe ich das richtig?

Das ist eine gute Frage. Ich kenne einen Hauskreis, der sehr attraktiv ist für Außenseiter der Gesellschaft. Und so wächst und wächst der - und die Neuen sind aller-allermeist schwer problembehaftet.
Ich sehe die Schwierigkeit nicht darin, dass solche Leute hier dazustoßen. Die Schwierigkeit sehe ich vielmehr darin, dass sie nicht angehalten werden, ihr Leben Gott unterzuordnen (siehe Röm. 12,1-2).

(16.03.2013, 18:20)Ludgera schrieb: Die Jünger Jesu waren alles gestandene Leute, die Bettler rief er nicht in seinen Mitarbeiterkreis - oder?

Oh! Jetzt darfst du etwas nicht verwechseln.
Die Leute, die später die Aposteln der Gemeinde waren, die Gemeinden gegründet und aufgebaut haben, das mögen durchaus gestandene Männer gewesen sein.
In die Nachfolge hat Jesus aber auch solche gerufen, die nichts zustande brachten.
Wenn Gott dann ihr Leben in Ordnung gebracht hat, haben sie sicher auch zu ihrer Berufung gefunden und ihre gottgegebenen Talente (und seien es nur ein oder zwei) entfaltet - zum Segen für ihre Umgebung.

Hanna
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#5
(16.03.2013, 18:20)Ludgera schrieb: Wir haben uns vorhin darüber ausgetauscht, mit wem man Hausgemeinde bauen kann. Wollt ihr mit jedem Hausgemeinde bauen oder gibt es Ausnahmen? Wie würde Jesus handeln?

Ich habe mit meinem Mann über diese Problematik diskutiert, und er meinte:
"Es ist doch Jesus, der die Gemeinde baut".

Mir fällt dazu ein, dass Jesus einmal gesagt hat, dass er nur das tut, was er den Vater tun sieht.
Wenn wir uns diese Vorgehensweise aneignen, sind wir ABSOLUT im Willen Gottes unterwegs, dann liegt auch sein Segen auf dem Werk, weil es seines und nicht unseres ist.
Das ist nicht so leicht wie es sich schreibt:
Man muss schon ziemlich viel Zeit mit Gott verbringen, um all die auftretenden Fragen zu klären, und man muss sich darin üben, Gottes Stimme von eigenen Gedanken zu unterscheiden (das ist nicht immer einfach, und es gibt wohl kaum einen Christen, der von sich behaupten kann, sich noch nie geirrt zu haben).

Hanna
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#6
Viele Dinge werden sich durch die regelmäßigen Treffen von allein klären, da braucht man nicht sorgen. Erfahrungsgemäß verkraftet eine kleine einfache Gemeinde (ca 8-10 Leute) nicht mehr als zwei solcher shcwieriger Persönlichkeiten. Wenn es zu viele werden, dann sollte man lieber eine Seelsorgegruppe draus machen Wink
"Gehst du noch zur Gemeinde, oder bist du schon Gemeinde?"
Oikosthemen
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#7
Richard,
du bringst es auf den Punkt: ich habe in den letzten Jahren immer Seelsorggruppen geleitet und diese " Chaoten" ( nicht wertend gemeint) zusammen zu bringen, geht kaum. Wir mussten auch Entscheidungen treffen, werden einem leicht Geistigbehinderten, der zwei Jahre im HK war, nicht nachgehen.

Mehr nachher, bekam gerade Besuch..
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#8
Hanna,

ich persönlich sehe es auch, dass es Jasus ist, der Gemeinde baut. Dennoch baut er sie mit fehlerhaften Menschen. Ich kann mit jedem zusammen arbeiten, aber leider sind nicht alle dazu bereit. Wenn es nur emotionale Abneigung ist, würde ich auf jeden Fall darum kämpfen, dass alle gut miteinander auskommen. Aber nehmen wir den Fall, eine Person muss eine andere im Auto mitnehmen und hat bereits Kopfschmerzen, wenn sie hier ankommt, weil sie so zugesülzt wurde, sagen wir mal mit Männerbeziehungen, dann kann nur Jesus, die Person, die andere so zusülzt ändern. Es gibt unzumutbare Sachen.

Meine Leiterschaft hatte ich mir in unserer früheren Hausgemeinde sorgfältig ausgesucht. Da gibt die Bibel klare Kriterien.

Ja, Hanna, als Teamleiterin hatte ich nur die schwierigsten Leute um mich und irgendwann war ich total ausgebrannt. Ähnlich hast du es auch erlebt. Unsere Lösung war, den Leuten klar anzubieten, ihr Leben Jesus zu geben, aber das hat die Leitung verboten, man wächst langsam in Gemeinschaft hinein. Nun darf ich wieder über Lebensübergabe reden, weil ich kein Mitglied mehr bin in eienr herkömmlichen Gemeinde! Eine echte Befreiung, wenn man sich nicht der Sünde von Leitern unterordnen muss.
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