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Wahrheit kostet ihren Preis !!!
#11
Johannes 8, 32  Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien!!! (Die Bibel/Einheitsübersetzung)

Guten Tag Susanne,
in dem von dir  oben angeführten Bibelvers, wird sozusagen die Begrifflichkeit Freiheit zur sinngemäßen Übereinstimmung bzw. als Folgeerscheinung  von der Wahrheit   genannt.

Nun ja, ich muss sagen, dass mich diese beiden Begriffe/Worte Wahrheit und Freiheit immer wieder aufs neue  fragend beschäftigen und herausfordern. An welchem Punkt stehe ich gerade. Mein Leben bringt Lüge und Wahrheit  hervor, mein denken, handeln und wollen ist ein geistlicher Mix dieser beiden Komponenten, d.h., der immerwährende Versuch Wahrheit und Lüge in eine Beziehung bringen zu wollen, und dadurch im Grund die  jeweilige Gültigkeit einschränkt (relativiert), so wohl   in  meinem gesellschaftlichen Umfeld als  auch im Umgang mit Geschwistern unserer Hausgemeinde, usw.  

Die Wahrheit wird euch befreien oder freimachen……….., was meint Jesus hier, wie meint ER das…………..……….., was will ER uns mit seinen Worten rüberbringen und sagen………….!?

Hartwig Henkel schreibt in seiner obigen Ausführung: „Wir als Gläubige sind heute die Erben dieser mutigen Kämpfer. Wir genießen die Freiheit, die sie für uns errungen haben.“

Die hier von Henkel erwähnte  Freiheit der damaligen Gläubigen, ging einher mit gewalttätigen Auseinandersetzungen. Diese sogenannte errungene Freiheit war die Vorbereitung für zahllose Kriege der nächsten Generationen. Man denke nur an den 30-jährigen Krieg, irgendwann setzten sich die Menschen, soweit ich weiß, im 7-jährigen Krieg auseinander, später der 1. Und 2. Weltkrieg, mit nicht „nur“ 300 Toten sonder mit Millionen von Verwundeten und Toten.

Was ich sagen möchte, die von Luther ins Leben gerufene Reformation/respektive dessen Bemühungen darum, gleichwie  derer, auf diesen Zug aufgesprungenen geistigen „Führer“, wie zum Beispiel Calvin, waren in ihrem Ansatz, ich sag mal  bemerkenswert, und  auf die erste Sicht gesehen ein Befreiungsschlag gegen die damaligen kath.-klerikalen Machtstrukturen, in der Folgezeit aber wurden  zusätzlich   neue  geistige und System-relevante Auflagen geschaffen, die dem geistigen Fortschritt der  Menschen im Grunde nicht gut taten.  Z.B., wirtschafl. Veränderung, Beginn des Kapitalismus, die den Mensch in eine nie dagewesene Abhängigkeit versetzten, die bis heute greift.  

Die Reformationsauswirkung auf die gesellschaftlichen Strukturen, Institutionen, Wirtschaft usw, sollte man daher nicht überbewerten, und schon gar nicht, die vermeintlich errungene Freiheit als genießens- wert  anpreisen, wie es Hartwig Henkel oben tut.

Die Frage war und ist, wie geht der einzelne Gläubige mit der ihm von Jesus angebotenen Freiheit (insoweit er sie überhaupt erkennen will) um, und  kann diese, in sein Leben, in sein Denken, in sein Tun integrieren. Damals wie heute.
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#12
Befreit mich die Botschaft Jesu von dem in mir aktiven Anklagemodus. Nicht mal so sehr Menschen gegenüber, sondern von meiner anklagenden Haltung  Gott gegenüber. Wobei ich meine, dass man hier keine Trennungslinie ziehen kann. Mein Leben bewegt sich zwischen Wahrheit und Lüge, ausgenommen hiervon ist die Gnade. Gnade kann ich nicht relativieren. Hier beginnt mein Erkennen der Wahrheit.

Mit anderen Worten,  ich werde frei Gott Gnade zu gewähren, sozusagen wahrhaftig aussprechen zu können nicht mein Wille sondern DEIN Wille geschehe.  Bin ich bereit nackt, vollkommen ohne Maske, ohne Verkleidung vertrauensvoll durch die Feuerwand in die liebenden Arme Gottes zu laufen.  Bin ich bereit, meine möglicherweise doch noch vorhandenen Verkleidungen (  dem verzehrenden Feuer preiszugeben, ohne Angst haben zu müssen. Habe ich die FREIHEIT, mein  Leben los zu lassen, dieses vermeintliche Leben, meine Vorstellung,  sooo… gut zu sein ... Bin ich frei und  bereit,  dieses gute, worum ich angeblich weiß und woran ich festhalte und nicht ablassen will auch in den Tod zu geben, ohne Gott an dieser Wegegabelung vorschreiben zu wollen, was ER zu tun und zu lassen hat.

Sünde und  Lüge anzuklagen, gerade in christl. Kreisen ist ein leichtes und die allg. Meinung diese Fehlverhalten haben den Tod verdient ist ebenso leicht ausgesprochen. Sünde zu verdammen ist nicht meine Aufgabe, sondern dieser Teil in mir, der sowieso sterben möchte, dieser andere Teil hat ebenso das Recht auf Leben. D.h., mit anderen Worten, Gott möchte in mir eine Einheit schaffen, aus Gnade, durch Gnade und mit Gnade, um auch diesen Part  in mir in die Freiheit zu führen.

(aus der rev.Lutherübersetzung 1984: Offb 3,2 Werde wach und stärke das andre, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott.
2Sam 14,14 Denn wir sterben des Todes und sind wie Wasser, das auf die Erde gegossen wird und das man nicht wieder sammeln kann; aber Gott will nicht das Leben wegnehmen, sondern er ist darauf bedacht, dass das Verstoßene nicht auch von ihm verstoßen werde.)

Die Frucht geistiger  Freiheit in Jesus ist; U.a. z.B., Liebe zum Nächsten, ja sagen zum Leben, Fröhlichkeit und Freude im und am Leben, sowie das bejahen, dass Gott mir das Leben hier auf Erden jederzeit entziehen kann. Liebe zu Gott.
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#13
In ihrem Buch Schwerkraft und Gnade (postum 1948 erschienen) schreibt Simone Weil:

„Jede Sünde, die ich begangen, soll mir als Gunst Gottes gelten.  Denn es ist eine Gunst, dass die wesenhafte Unvollkommenheit, die in meinem Grunde verborgen ist, mir an dem und dem Tage, zu der und der Stunde, unter den und den Umständen teilweise offenbar geworden ist. Ich begehre, ich flehe, dass meine Unvollkommenheit meinen Augen gänzlich offenbar werden möge, soweit der menschliche Geist dieses Anblicks fähig ist. Nicht darum, dass ich von ihr geheilt werde, sondern dass ich, selbst wenn ich nicht von ihr geheilt werden sollte, in der Wahrheit sei.“


An anderer Stelle schreibt S.W.:
„Deshalb gibt es keine Liebe zur Wahrheit ohne vorbehaltlose Bereitschaft zum Tode. Das Kreuz Christi ist die einzige Pforte zur Erkenntnis.“
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