16.01.2007, 20:26
Zitat:Zum Ersten ist die entscheidende Frage doch nicht Überlieferung ja oder nein, diese ja, diese nicht, sondern welchen Stellenwert hat die Überlieferung? Sie darf auf keinen Fall vor dem Wort stehen, ja sie steht gar nicht auf einer gleichen Ebene mit dem WortIch denke schon, daß man jede einzelne Überlieferung nach den beschriebenen Typen einsortieren kann und das es hier kaum oder keine Grauzone gibt.
Zitat:Sogar das Abendmahl könnte eine Überlieferung sein, die nicht vor dem Wort steht. Paulus schrieb:Dies ist ausweislich der Worte »von dem Herrn empfangen« als Überlieferung Typ 1 zu klassifizieren.
(bitte nachlesen)
Zitat:Der folgende Text :Ich hatte den Text nur als Bekräftigung von 1. Kor. 4, 6 verstanden wissen wollen. Bei 1. Kor. 4, 6 und Mk. 7, 13 hatte ich ja nachgewiesen, daß die Kernaussagen »nicht auf die Dinge zu sinnen, die über das hinausgehen, was geschrieben steht« und »?durch Eure Überlieferungen (Traditionen) macht Ihr das Wort Gottes ungültig« allgemeingültige Muster sind, die nicht auf die Situation beschränkt sind, in der sie beispielhaft angebracht wurden. Röm. 12, 3 ist also nur ein weiteres Beispiel.
Zitat:Auch in Röm. 12, 3 warnt Paulus davor, »über das hinaus zu denken, was zu denken bindend (verpflichtend) ist.« Bindend für unser Denken aber ist das Wort Gottes.steht übrigens in einem anderen Zusammenhang, den kannst du für die Überlieferung nicht nehmen. Da bezieht sich Paulus auf das Maß des Glaubens - er ermahnt die Römer das richtig einzuschätzen, nicht höher von sich zu denken und zählt dann als persönliche Einschätzung die Motivationsgaben auf. Also, der Text gehört gar nicht hier!
Zitat:1. Welche sind nun die Traditionen/ Überlieferung, die quasi eine Beigabe Gottes sind, die wir annehmen dürfen.Die »Beigegebenen Gottes« sind das, was wir heute als Bibel in den Händen halten. Zur Zeit, da das NT entstand, lag es logischerweise noch nicht abgeschlossen vor, so daß etliches, was wir jetzt schriftlich fixiert haben, noch mündlich weitergegeben (überliefert) wurde. Deshalb mahnt Paulos ja die Thessalonicher, an dem, was er ihnen mündlich bzw. im Brief weitergegeben hat, festzuhalten. Für uns kann es keine legalen Überlieferungen außerhalb der Schrift geben, da diese ja abgeschlossen ist und ihr nichts mehr hinzuzufügen ist.
2. Welche sind zur Unterscheidung die menschlich gemachten Traditionen/ Überlieferungen, wie kann ich sie unterscheiden?
Zitat:Und klar ist auch, dass die Hausgemeindebewegung eine Gemeindegründungsbewegung sein muß und bleiben muß und das geht nur, wenn sie frei von menschlichen Überlieferungen ist und offen für die aktuelle Führung Gottes ist (sie Bilder: \"Laubhütte\" oder \"Stiftshütte, die von der Wolke geleitet wird\")Das tragische ist, daß man eine Menge »gründen« und »bauen« kann auf dem falschen Fundament, also im Fleisch, und daß das dann dem Echten erst mal ziemlich ähnlich sieht. Deswegen hat jeder Bauende so eine hohe Verantwortung, daß er auch nach dem richtigen Bauplan baut.