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Böse Institutionen oder vielmehr...
#1
Worum geht es primär bzw. überhaupt?
Darum, alles was Institution ist zu verlassen? Wie wichtig ist das?
Vielleicht ist es ebenso unwichtig wie die andere Seite mit der Meinung, die behauptet, man müsse unbedingt Mitglied in einer Institution bzw. "normalen" Gemeinde sein? Egal, auf das echte Leben kommt es an!

Geht es für Hauskirchen nicht viel mehr (oder am besten "nur"!) darum, Leben und eindeutige Liebe und echte Freundschaften inniger und "modellhaft" und offen und einladend zu teilen?
In einem neuen kleinen Miteinander zu leben?
Leib Christi quasi im Kleinen (hier ist auch der Aspekt der Annahme unter deutlich alles andere als Gleichen bewegend..!).
Ist es, zumindest allgemein und vom Grundsatz her betrachtet, nicht recht egal, ob man in einer Institution eingetragenes (evtl. sogar aktives) Mitglied ist? Oder nicht ist?
Könnte das Leben und die Liebe und das Leben von Beziehungen in kleinen Gruppen nicht auch langfristig viele Menschen in bzw. aus den Institutionen befruchten? Positiv befruchten? (sagt einer, der sehr wohl ohne jegliche rosa Brille an die Blockaden in den Institutionen und in den Menschen herangeht).

Ich fürchte, dass das beziehungsvollere Leben miteinander, so wie es z.B. Jacobsen vertritt (aus meiner Sicht sehr wahr und richtig und notwendigerweise), in vielen volkskirchlichen und nicht weniger in freien Gemeinden eher an den Rand gedrängt wird. Ob das an der Institution an sich zuerst liegt lasse ich mal dahingestellt.

Nun bleibt die Frage: Macht es die Hauskirchen-Bewegung besser?
Lebt man "hier" (zu pauschal gefragt, ich weiss) mehr Leben miteinander? Mehr Liebe miteinander?

Oder stehen wir "Hauskirchler" nicht auch in der Gefahr, nur eine neue Art von "Konfession" zu leben - bei uns mit zuvorderst zwei Leitbildern, mit diesem Bekenntnis:
1.) Keinerlei Institution!
Wir haben gar nichts mit Institutionen (und deren überzeugten Gliedern??) zu tun, bauen eigen "institutionslose" Hausgemeinde völlig ohne alle anderen Christen? Losgelöst von ihnen? Zumindest eine echte Gefahr...
(hierbei denke ich auch a bisserl an die www.neue-reformation.ch - auch mit sehr bemerkenswerten Ansätzen, ABER...!! Und das ist ein dickes Aber!)
2.) Das Haus!

Und die Beziehungen? Unter uns?
"Hinaus" zu den anderen Geschwistern??
Wenn wir ehrlich sind, leben wir zu oft auch keine wesentlich besseren zwischenmenschlichen Beziehungen und leben Johannes 13, 34-35 auch eher "zu normal" bis gar nicht eindeutig?
Nicht wenige hier sind doch sogar eher Einzelkämpfer, die ihren (richtigen) Träumen anhängen und niemanden finden, der sie dort wo sie leben mit ihnen leben mag... Mir persönlich geht es schon auch so.
Könnte uns diese "Kritik" - teilweise - treffen?
Ob wir sie als Hauskreiser annehmen?
In den Institutionen mauert man dann in der Regel ziemlich ungut. Ausnahmen bestätigen diese schmerzliche Regel. Auch in vielen "bibeltreuen, völlig institutionslosen freien Gemeinden" gibt es viele Mauern...

Was könnten wir leben und ändern?
Wo noch mehr denen dienen, die "unsere Dienste momentan überhaupt nicht bejahen"..?
Was haltet Ihr von diesem Posting?

Liebe Grüße von Eurem Thomas aus dem Bayer. Wald
Ich möchte das neue Liebesgebot Jesu (Johannes 13, 34-35) gerne mit anderen zusammen leben. Und glaube, das "funktioniert" nur in der kleinen Gruppe... - www.zellen-der-liebe.de
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#2
Zitat:Nun bleibt die Frage: Macht es die Hauskirchen-Bewegung besser?


nicht besser, anders.
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#3
www.neue-reformation.ch

welche Geschäftsidee steckt da dahinter?
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#4
theoretisch (virtuell) oder praktisch (real)? Huh
* leben * einfach leben * einfach Gemeinde leben *
daraus wachsen Schätze, die ich gern teile, weil ich so oft von den Schätzen anderer profitiere
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#5
1. ... nicht besser, anders - okay, aber es geht um das Leben von Beziehungen (nicht etwa nur das...), also noch einmal die Frage zur Realität der wirklich gelebten Beziehungen: Leben wir (wir) Beziehungen wirklich so anders (wollen wir sie besser leben?)?
Sind wir "bereiter" dafür?
Dann bleiben wir auf diesem Weg! Wo wir es noch nicht sind: immer mal neu auf den Weg begeben, damit Beziehungen "besser, tiefer", auf alle Fälle: liebender werden! Nicht nur bei "uns"! Nicht nur unter uns!!!

2. Diese Neue-Reformation... weiß nicht, ob es um eine Geschäftsidee dabei geht. Aber vielleicht um einen "elitären Club", auch mit guten Impulsen!

3. Virtuell? Theoretisch? Real, praktiziert? Ja, auch genau darum ging es mir...
Ich möchte das neue Liebesgebot Jesu (Johannes 13, 34-35) gerne mit anderen zusammen leben. Und glaube, das "funktioniert" nur in der kleinen Gruppe... - www.zellen-der-liebe.de
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#6
Zitat: www.neue-reformation.ch

welche Geschäftsidee steckt da dahinter?
Dort geht es für mich eindeutig nur um Geschäftemacherei unter einem Deckmantel der "Liebe"

Was die Beziehungen betrifft: Ist es nicht naiv anzunehmen, irgendeine Bewegung könne bessere und intensivere Beziehungen leben, ohne dabei in einen sektiererischen Status, incl. Missbrauch abzurutschen?
Und ist es nicht so, dass man die Erwartung an die Qualität von Beziehungen derart hoch hängen kann, dass dies allein schon der Grund dafür ist, dass es genau diese nicht gibt?
Trotz so manchem Tief das ich erlebt habe, immer noch oder gerade deshalb Christ Cool
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#7
Aus meiner Praxis:

Ich lebe seit etwa 8 Jahren Gemeinde in "einfachen Strukturen", weg von institutioneller Gemeinde und Kirche. Es ist mittlerweile ein weitverzweigtes Netzwek entstanden, das nirgendwo festgeschrieben und fixiert ist. Es ist ein Netzwerk von fluiden und flexiblen Beziehungen, wie in einer Großfamilie bis hin zur Sippe.

Es fing damit an, dass wir uns einer Gruppe in Bochum anschlossen, die sich als unabhängige Hauskirche verstanden. Weil wir in Essen auch so unser Christsein in der Gemeinschaft leben wollten öffneten wir ein halbes Jahr später unsere Wohnung, zwei Leute unterstüzten uns - innerhalb von drei Jahren kamen dann regelmäßig bis zu 12 Personen, auch kleine Kinder waren dabei - wir trafen uns auch mehrmals unter der Woche in kleineren Untergruppen und einszueins- Gemeinschaften. 5 Jahre später sahen wir uns von Gott so geführt, uns in drei kleiner Gruppen aufzuteilen - mittlerweile gab es auch Umzüge in andere Städte.

Alle drei Gruppen pflegten diesesn Stil des einfachen Gemeindelebens weiter, man kann sagen, das Gemeindeleben multiplizierte sich, das Netzwerk wurde größer.
Außerhalb entstanden in den Jahren auch viele neue Kontakte zu Leuten, die Gemeinde auch so leben wollten und das Netzwerk wurde noch größer.
Unsere Versuche das Ganze zu steuern und zu organisieren schlugen fehl. Stattdessen mussten wir beobachten, dass alle Beziehungen sich organisch weiterentwickelten - manche starben ab, andere intensivierten sich, wurden enger und konkreter. Auch heute lassen sie sich nicht in einen institutionellen Rahmen drücken, sondern sind frei, ähnlich wie Verwandtschaftsbeziehungen. So frei, das etliche der Leute aus diesem lockeren Netzwerk auch regelmäßig Kontakte zu institutionellen Gemeinden/ Gemeinschaften pflegen.

Ich bezeichne das als gelebte Freiheit in organisch gewachsenen Gemeindestrukturen und möchte nicht mehr zurück zum Zwang der organisierten Gemeindeistitution.

Ric
"Gehst du noch zur Gemeinde, oder bist du schon Gemeinde?"
Oikosthemen
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#8
Gut, Ric, das hört sich nach Leben zumindest mal an. Wie gut Eure gelebten Beziehungen dann wirklich sind - vermag ich natürlich weder positiv noch gar negativ zu beurteilen. Ich weiß aber sehr wohl, dass es fast überall viele Geschwister gibt, die überhaupt nicht wahrnehmen, wie "schlechte Beziehungen sie leben und dass darin ein echtes Problem besteht"... sie denken: sie leben gut beziehungsorientiert.
Ich kann das Leben einfacher Strukturen weg von instituioneller Gemeinde gut als einen wunderbaren Weg annehmen. Frei von allen bestehenden Gemeinden.
Weiß, dass es in der Tat in den Instituionen viel "Böses", viele Blockaden und schlimme Mechanismen gibt (auch gibt, und das natürlich leider nicht selten!)

Habe aber eine konkrete Frage an Dich:
Was machst Du mit dem Bruder, der mit seiner Familie nur drei Häuser weiter lebt.
Der gerne beziehungsvoll und liebend mit Dir leben mag. (könnte ja immerhin, wenn auch als Ausnahme passieren. Und wichtig: ob er wohl auch weiß, dass Du gerne auch mit ihm zusammen liebend und beziehungsvoll leben würdest? Würdest Du?)
Der aber seiner Institution als "eingetragenes Mitglied" oder vielleicht auch mehr "treu" bleiben mag?
Ich möchte das neue Liebesgebot Jesu (Johannes 13, 34-35) gerne mit anderen zusammen leben. Und glaube, das "funktioniert" nur in der kleinen Gruppe... - www.zellen-der-liebe.de
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#9
Ric, eigentlich hast Du diese konkrete Frage an Dich ja schon beantwortet mit jenen lockeren Kontakten. Trotzdem meine exaktere Nachfrage: Was wäre, wenn ein "echter Volkskirchler", ein echt engagiertes Glied aus einer Freikirche oder aus einer neuen freien Gemeinde - "an entscheidender Position" - gerne auch die Beziehungen in "Deinem" Netzwerk leben wollte? Geht das dann geschwisterlich und "gleichwertig" in Eurer Mitte? Das wäre ja richtig schön!!
Ist er dann einer, der halt - abwertend gemeint - "noch" in der Institution dabei ist, der es halt noch nicht wirklich verstanden hat...
aber kommen darf er schon.
(ich unterstelle Euch nix Negatives, frage nur!)

Und: wie sieht das organische Leben konkret aus?
Wo teilt Ihr Leben?
Intensiv?
Nicht "organisiert verbindlich" und doch voll von Vertrauen zueinander in Eurer Mitte?

(klar, darauf könntest Du wohl Bücher lang antworten. Trotzdem wage ich diese Frage!)
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#10
@ Thomas: „ein echt engagiertes Glied aus einer Freikirche oder aus einer neuen freien Gemeinde - "an entscheidender Position" - gerne auch die Beziehungen in "Deinem" Netzwerk leben wollte?“

Hallo Thomas,

ich erlaube mir, von meiner Erfahrung und Realität kurz zu berichten.

Als engagiertes Glied oder an entscheidender Position, wie Du schreibst, sehe ich z.B. ein, uns (meiner Frau und mir) sehr nahestehendes befreundetes Pastorenehepaar (30 Jahre im Dienst für Jesus). Die beiden Frauen telefonieren zwei, dreimal wöchentlich, unabhängig von den SMS. Wir besuchen uns gegenseitig, wenn es die Zeit erlaubt, essen dann gemeinsam, gehen spazieren, unterhalten uns. Beten zusammen. Wir waren gemeinsam z.B. in Urlaub. Die beiden Frauen einige male Kurztrips in irgendwelche Stadt. Und, und, und.
Die ein oder andere Silvesterfeier und Weihnachten haben wir zusammen verbracht usw., usw. Ich glaube es sind jetzt schon 15 Jahre, oder länger. Die Freundin meiner Frau war bei unserer Hausgemeindeversammlung zwei, dreimal dabei.

Außerdem besteht ein freundschaftliches Verhältnis zu einem ehemals Pastorenehepaar (jetzt nur noch Mitglied in einer Freikirche). Ähnlich wie oben, bis auf die Urlaube und nicht so häufige Telefonate, dafür aber öfters gemeinsamer Besuch unserer HG-Versammlung, und wir ihres Hauskreises. Gemeinsame Restaurantbesuche.

Wir leben ein freundschaftliches Verhältnis, ob HG oder Freikirche, und, und vor allem in Jesus verbunden.
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